geschichte

Die wirtschaftliche Hochblühte um die Jahrhundertwende (1900) hatte auf die Kunst und die Lebensart einen grossen Einfluss. Der Jugendstil repräsentierte diese Zeit der Extravaganz.

Bereits 1897 schlossen sich Maler um Gustav Klimt in Wien zur Vereinigung Bildender Künstler zusammen und sagten damit der gewohnt behäbigen Malerei den Kampf an. Was die Künstler auf Leinwand präsentierten, kam bei der Wiener Bevölkerung keinesfalls gut an. Spott und Hohn war die Reaktion auf die neue Ausrichtung der Kunst.
In München schlossen sich einige expressionistische Künstler zur neuen Künstlervereinigung München zusammen. Erste expressionistische Werke der Künstlervereinigung wurden 1916 an einer Ausstellung in Dresden gezeigt. Die Moderne war angebrochen. In den unruhigen Zeiten des 1.Weltkrieges schossen in grossen Städten Europas Künstler Vereinigungen wie Pilze aus dem Boden.

 

1916 schlossen sich mehrere Künstler aus dem Raume Zentralschweiz zu einer Künstlervereinigung zusammen, sie nannte sich damals Luzerner Volkskunst. Als ersten Präsidenten wählten die Kunstschaffenden Josef Lischer. Noch im Gründungsjahr zeigten die damals 15 Kunstschaffenden in der Kornschütte Luzern ihre 180 Werke. Bei freiem Eintritt wurden 3000 Besucher angelockt. Wieweit sich die Vereinigung der Volkskunst damals gegen die Moderne richtete oder diese zum Vorbild nahm, lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren.
Mit zahlreichen Ausstellungen, darunter in Zürich und Basel, gelang es der Luzerner Volkskunst Kunstliebhaber zu finden, welche diese mit Ankäufen von Bildern oder Gönnerbeiträgen unterstützten. Am Kriegsende 1918 wurden 18‘000 farbige Ansichtskarten gedruckt und zu Gunsten erholungsbedürftiger Schweizerkinder verkauft.

1920 entwarfen sie die Fest- und Postkarten vom Schweizerischen Arbeiter-Turnfest Luzern. Der Kunstverein organisierte damals einen ersten Aktzeichnungskurs, welcher in dieser Zeit noch für Empörung sorgte.

1921 wurde als erstes Vereinslokal das Hotel Schlüssel in Luzern auserkoren.

1923 wurde der Vereinigung für ihre Kunstausstellung der Sitzungssaal des grossen Stadtrates von Luzern zur Verfügung gestellt. Studienreisen und Malausflüge waren damals en vogue wie z.B.

1927, als man sowohl nach München wie auch ins Bedrettotal fuhr.

Von 1935 bis 1939 wurden die Werke in jährlichen Ausstellungen im Rathaus von Luzern gezeigt.
In den Kriegsjahren wurde es immer schwieriger, einen geeigneten Ausstellungsraum zu finden, erst 1943 wurde wieder eine Ausstellung im Hotel Monopol in Luzern organisiert.

1945 folgte eine weitere Ausstellung im Hotel Schwanen. Der Reinerlös von Fr. 925.- ging an die Kinderhilfe des Roten Kreuzes. In diesem Jahr auf das Kriegsende hin, haben sich einige singfreudige Mitglieder zu einem internen Chor vereinigt.

1948 wurde die alte, gedeckte Holzbrücke über den Renggbach in Littau abgebrochen. Aus den hölzernen Brückenköpfen schnitzte unser Mitglied Kasi Grüter 20 Holzstühle, die noch heute in unserer Stube im Gasshüsli ihren Dienst erweisen.
1953 zog die Künstlervereinigung in ein neues Vereinslokal am Süesswinkel 8 in Luzern.

Erstmals 1957 wurde die Kunstausstellung im Übungssaal des Kunsthauses mit einer Vernissage eröffnet. Die 686 Anwesenden wurden durch Referent Prof. Dr. Staffelbach in die Malerei eingeführt. 1958 war der Mitgliederbestand auf 37 gestiegen. Laut dem Präsidentenbericht machten aber nur immer die gleichen 10 Mitglieder aktiv mit.
1959 schloss sich die Vereinigung mit der Laienkunstgemeinschaft Stuttgart zusammen, gemeinsam führten sie in Stuttgart eine grosse Kunstausstellung mit Erfolg durch. Die Medien in Deutschland rühmten die Schweizer Werke.

1960 wurden in der Ausstellung im Kunsthaus der Stadt Luzern Bilder für über Fr. 1000.- verkauft. Die abstrakten Bilder, die gezeigt wurden, fanden keine Zustimmung. Selbst der Vereinigung stellte sich die Frage, ob man weiter solche abstrakten „blöden“ Bilder zulassen wolle.
1964 wurde das neue Vereinslokal im Schlössli Wartegg in Luzern bezogen. Die Stube und die Küche mussten vom Verein selber renoviert werden. Das ganze Schlössli Wartegg wurde später ab 1980 abgerissen und neu aufgebaut, was für die Vereinigung wiederum einen Standortwechsel bedeutete. Mit Hilfe der Stadt Luzern konnte man 1982 den Mietvertrag für das Gasshüsli unterschreiben. Das verlotterte Haus bedurfte einer grossen Sanierung, was aber wiederum intensive Arbeit des ganzen Vereines forderte.

Ende 1982, nach über 1‘875 Fronstunden der Mitglieder, wurde das 300 Jahre alte Gasshüsli eröffnet. Es war ein Bijou entstanden, das die Künstlervereinigung Palette bis heute liebevoll pflegt und unterhält. 1986 hat das Schweizer Fernsehen den Verein einen Tag lang begleitet und anschliessend die Sendung ausgestrahlt.

1994 fand eine grosse Kunstausstellung im Shopping Center Emmen statt.

1996, 80 Jahre Luzerner Volkskunst, ein Jubiläum das ausgiebig gefeiert wurde. Schwerpunkt war wiederum eine Ausstellung in der Kornschütte in Luzern. Die Werke der 18 Kunstschaffenden wurden von über 5‘000 Personen besucht. Mit dem Reinerlös aus den Werken und Kunstkarten konnte der Stadt die Miete von über Fr. 3‘000.- bezahlt werden.
Zum 90 jährigen Jubiläum konnte 2006 der Verein sich in der Kornschütte der Stadt Luzern wiederum präsentieren. Der sehr grosse Publikumsaufmarsch und die Laudatio von Stadtrat Werner Schnieper waren ein voller Erfolg. Immerhin besuchten 1500 Interessierte die Ausstellung. Der Verkauf der Werke war eher bescheiden ausgefallen.
Im Sommer 2007 wurde die damals sehr bescheidene Küche im Gasshüsli renoviert und an die heutigen Bedürfnisse angepasst. Mit einer Homepage: www.kunst-palette.ch wird seither der Öffentlichkeit das Schaffen der Künstlerinnen und Künstler vorgestellt.
Ab 2013 wurde das Gasshüsli richtiggehend wachgeküsst: das Atelier „wachgeküsst“ schloss sich der Künstlervereinigung an. So wurden die beiden letzten Kunstausstellungen im Gasshüsli ein riesengrosser Erfolg, denn sehr viele Kunstinteressierte besuchten die gemeinsamen Ausstellungen im Herbst!

2015 sanierten Bernadette Stocker und ihr Mann, Präsident Rolf Stocker mit ihrer Familie den Naturgarten, um diesen wie auch die Galerie im Gasshüsli für die Öffentlichkeit mit wechselnden Kunstausstellungen zu öffnen. Das "Projekt Garten und Galerie" wurde bis 2017 von ihnen immer mehr ausgebaut, mit neuen Wegen, Plätzen, und einer Lounche.

2018 wurde der Naturgarten und die Galerie an die Künstlervereinigung palette übergeben und wird durch diese weiter geführt.